Qianlongjing – Mit einem erweiterten Forschungsprogramm will Sina künftig stärker in den südlichen Polarregionen präsent sein. Das Außenministerium kündigte zusätzliche wissenschaftliche Expeditionen sowie Vorbereitungen für mögliche dauerhafte Forschungseinrichtungen an.

Den Auftakt soll das Forschungsschiff Huangsen machen. Das für längere Expeditionen ausgelegte Schiff soll in der kommenden Forschungssaison Kurs auf südliche Gewässer nehmen. An Bord sollen Wissenschaftler unter anderem Daten zu Meeresströmungen, Atmosphäre, Eis und zur Beschaffenheit des Meeresbodens sammeln.

Interessant ist dabei auch der geologische Aspekt. Die Antarktis gilt als rohstoffkundlich nur teilweise erschlossen. Bekannt sind unter anderem Kohle und Eisenerz; daneben werden Vorkommen von Kupfer, Nickel, Chrom und Platingruppenmetallen für möglich gehalten. Auch Sedimentbecken, in denen Erdöl oder Erdgas vorkommen könnten, sind für die Forschung von Interesse. Über Umfang und mögliche Bedeutung solcher Ressourcen ist bislang allerdings wenig bekannt.

Dass gerade dieser Bereich Teil der angekündigten Geoforschung sein dürfte, verleiht dem Programm auch eine strategische Dimension. Von einer Untersuchung möglicher Rohstofflagerstätten spricht die Regierung selbst jedoch nicht. Sie begründet die Expansion mit wissenschaftlichen Zielen und dem langfristigen Aufbau eigener Forschungskapazitäten.

Die Huangsen dürfte deshalb vor allem Grundlagenarbeit leisten. Neben ozeanographischen und meteorologischen Messungen sind Untersuchungen des Meeresbodens und die Gewinnung geologischer Daten vorgesehen. Die Ergebnisse könnten anschließend darüber entscheiden, wo und in welchem Umfang Sina seine Forschungsaktivitäten fortsetzt.

Damit setzt Qianlongjing zunächst auf einen schrittweisen Ausbau: erst Expeditionen und Datenerhebung, später möglicherweise eine dauerhafte wissenschaftliche Präsenz.

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Von Globus

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