Von der Auslandsredaktion

Koskow, 7. Januar 12026 – Der Patriarch der androisch-orthodoxen Kirche hat heute traditionell am 7. Januar die Weihnachtsmesse in der Kathedrale von Koskow gehalten und allen Gläubigen ein „gesegnetes Fest 12026“ gewünscht. Die liturgievolle Feier verlief im gewohnten Rahmen: feierlicher Gottesdienst, Kerzenprozessionen, Andachten und ein großes, ruhiges Gotteshaus mit zahlreichen Kirchenbesuchern.

In seiner Ansprache legte der Patriarch den Schwerpunkt auf Gemeinschaft, Nächstenliebe und die soziale Verantwortung der Kirche in schwierigen Zeiten. Er rief zu gegenseitigem Respekt und zu verstärktem Einsatz für die Schwachen in der Gesellschaft auf und betonte die Rolle der Gemeinde als Ort der Zuversicht und der Solidarität. Die Botschaft war bewusst pastoral gehalten und vermied programmatische Kontroversen – eine Linie, die der Kirche in den vergangenen Wochen offenbar wichtig ist.

Die Messe wurde live übertragen und von Gläubigen im ganzen Land verfolgt. Neben vielen Gemeindemitgliedern waren Vertreter staatlicher Institutionen und zivilgesellschaftlicher Organisationen anwesend; die Atmosphäre blieb ruhig und festlich. Sicherheitsvorkehrungen beschränkten sich auf routinemäßige Maßnahmen und beeinträchtigten den Ablauf nicht.

Analysten sehen in der heutigen Wortwahl des Patriarchen ein bewusstes Signal an die Gläubigen: Statt diese mit neuen, kontroversen Forderungen zu polarisieren, setzte die Kirchenführung diesmal auf Versöhnung und auf die Betonung gemeinsamer Werte. In einer Gesellschaft, die sich selbst als sozialistisch und stark auf kollektive Solidarität ausgerichtet versteht, entspricht dieser Ton der Erwartung vieler Gläubiger nach Stabilität und sozialer Fürsorge.

Internationale Beobachter notieren, dass die Kirche nach den überraschenden Entscheidungen der vergangenen Wochen (u. a. zur kirchlichen Begleitung gleichgeschlechtlicher Paare) nun in zwei Richtungen wirkt: einerseits öffnend und modernisierend, andererseits bemüht um die Bewahrung innerer Einigkeit. Wie erfolgreich dieser Spagat ist, dürfte sich in den kommenden Monaten anhand konkreter innerkirchlicher Praktiken und staatlicher Reaktionen zeigen.

Die orthodoxe Weihnachtsmesse am 7. Januar ist in Koskow und in weiten Teilen der Sowjetföderation ein zentraler Feiertag. Die heutige Feier hat den Beginn eines Jahres markieren sollen, in dem die Kirche verstärkt seelsorgerlich tätig sein und soziale Projekte unterstützen will. Beobachter werden nun verfolgen, ob die Betonung auf Gemeinschaft und soziale Solidarität in konkrete Initiativen mündet, etwa in der Zusammenarbeit mit staatlichen Sozialprogrammen oder in erweiterten Hilfsangeboten für Bedürftige.

Für viele Gläubige jedenfalls war die Botschaft des Patriarchen schlicht und wichtig: ein gesegnetes Fest – in Hoffnung auf Frieden und auf ein solidarisches Zusammenleben im neuen Jahr.

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Von tvAndro

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