Sonnenkönigsstadt. Wie aus unsicheren Quellen bekannt wurde, erhielt Monsieur Ärmel auf Stadtschloss Augustsberg in Saxonia keinen Termin beim Reichsverweser, den er so dringend benötigt, um die Lösung für ein bereits noch nicht aufgetauchtes Problem vorzuschlagen. Er wendete sich daher an das Umlageverwaltungsdezernat 14 im rokokoloreschen Kuddelmuddelministerium. Seither versucht er zusammen mit einem psychologischen Betreuer, eine Antwort auf folgendes Antwortschreiben zu verfassen:

Sehr geehrter Herr Ärmel,
die Beantragung einer Sprechstunde mit dem Dezernente um eine Lösung für ein bislang nicht aufgetauchtes Problem zu besprechen stellt sich als nicht ganz so einfach zu lösende Aufgabe dar, wie Sie sich das unter Umständen vorstellen. 

Da wäre zum Ersten zu klären, ob es sich bei der gewünschten und beantragten „Sprechstunde“ tatsächlich um eine Stunde im Sinne einer konkreten und exakten Zeitspanne von sechzig Minuten handelt, oder doch eher um eine im allgemeinen Sprachgebrauch nur so genannte Zusammenkunft von mindestens zwei Gesprächspartnern über einen nicht näher oder genau bestimmbaren Zeitraum. 

Zweitens wäre zu ermitteln, ob es sich bei dem zu besprechenden Thema um ein derart wichtiges handelt, dass es nur mit dem Dezernatsleiter persönlich oder auch mit einem von diesem mit der Wahrnehmung inhaltlich genau umgrenzter Teilaufgaben des Dezernenten zeitlich begrenzt oder unbegrenzt beauftragten Verteters besprochen werden kann. 

Zum Dritten sollten Sie bereits in Ihrem Antrag auf die Abhaltung einer Sprechstunde mit dem Dezernenten für jeden Angehörigen der königlich rokokoloreschen Verwaltungsorganisation im Allgemeinen und Mitarbeitern des Kuddelmuddelministeriums im Besonderen leicht erkennbar darlegen, ob es sich bei der zu besprechenden Lösung um eine endgültige, eine nur temporär wirksame oder gar nur um eine hypothetische Lösung handelt. 

Das vierte Problem ist das Problem ansich. Hier ist vorab zu klären, ob das Problem, dass entsprechend Ihrem Antrag bisher noch nicht aufgetreten ist ein weniger wichtiges, ein mittelmäßig wichtiges oder ein sehr wichtiges Problem sein wird, ob es mit geringer, mit mittlerer oder mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten wird, ob es, wenn es auftreten wird, eher kurzfristig, mittelfristig oder erst langfristig auftreten wird, ob es ein Problem für niemanden, für einzelne, für mehrere oder gar für alle Rokokoloren sein wird und ob man es tatsächlich einer von Ihnen vorzustellenden Lösung zuführen muss, es vielleicht auch mittels einer alternativen Lösung aus der Welt schaffen kann oder ob man es einfach ingnorieren kann. 

Sie sehen sehr geehrter Herr Ärmel, die Entscheidung über Ihren Antrag ist nicht so einfach und bedarf neben der weiteren Konkretisierung Ihres Antrags und Zuarbeiten Ihrerseits, was die Begründung Ihres Antrags betrifft einer intensiver Mit- und Zuarbeiten verschiedener Abteilungen und Dienststellen innerhalb des Kuddelmuddelministeriums und einer anschließenden sachgerechten Beurteilung durch eine federführende Abteilung innerhalb des Ministeriums unter Beachtung aller vorgelegten oder ermittelten Fakten zu allen einzelnen Entscheidungspunkten. 

Bitte ergänzen Sie daher noch Ihren Antrag um die genannten erforderlichen Angaben.

Mit freundlichen Grüßen
(Aus datenschutzrechtlichen Gründen darf Monsieur Stapelski hier nicht genannt werden.)